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Freiburg - Vauban

Auf dem Areal der ehemaligen Vauban-Kaserne in Freiburg entstand seit dem Abzug der französischen Streitkräfte ein neues innerstädtisches Stadtquartier. Die ehemalige Vauban-Kaserne befindet sich ca. 2,5 km vom Stadtzentrum entfernt am landschaftlich reizvollen südlichen Stadtrand. Das Gelände wurde im August 1992 von den Forces Francaises en Allemagne (FFA) frei gemacht. Das Projekt ist auf 34 ha mit 2.000 Wohnungen und Gemeinbedarfseinrichtungen für 5000 Menschen, sowie für ca. 600 Arbeitsplätze im Gewerbe- und Mischgebiet konzipiert.

Die "lernende Planung"

An der ständigen Weiterentwicklung des Konzepts wirken viele, unterschiedliche Akteure mit. In Freiburg wurde dafür der Begriff der "lernenden Planung" eingeführt. Das heißt, dass die Ziele für die Entwicklung des Quartiers nicht einmalig festgeschrieben und dann umgesetzt werden. Es werden vielmehr qualitative Vorgaben als grobes Gerüst vereinbart, die dann ständig weiterentwickelt werden. Im Sinne einer kooperierenden Planung sind daran Nutzergruppen vor Ort, Baugruppen, eine verwaltungsinterne Projektgruppe, eine Entwicklungsgesellschaft, verschiedene Versorgungsunternehmen, eine gemeinderätliche Arbeitsgruppe, ein Netz von Fachleuten und das "Forum Vauban" beteiligt. Inzwischen ist ein intensiver Kommunikationsprozess entstanden, der sich mit sämtlichen Fragen der Quartiersentwicklung beschäftigt.

Bürgerbeteiligung und Kommunikationsstrukturen

Von Anfang an war es ein Ziel der Projektentwicklung, zahlreiche von den Bewohnern geplante Wohnprojekte und Gemeinschaftseinrichtungen entstehen zu lassen. Über diesen Weg konnten bereits in der Projektentwicklung die zukünftigen Bewohner (bzw. die Interessenten) frühzeitig und intensiv in den Planungsprozess eingebunden werden. Diese frühen Kommunikationsstrukturen sind bis heute erhalten geblieben. Der Stadtteil hat zwar kein eigenes Telekommunikationsnetz und die neuen Informationstechnologien haben bei der Entwicklung des Stadtteils auch keine bedeutende Rolle gespielt. Der überwiegende Teil der Haushalte hat jedoch Internet-Anschluss, sodass sie den Internetauftritt des Forum Vauban als Kommunikationsforum nutzen können. Die Betreuung des Internetforums bedarf jedoch eines nicht unerheblichen personellen Aufwandes.

Das Forum Vauban

Das Forum Vauban befindet sich in der Trägerschaft eines Vereins und hat sich bereits 1994 aus der ersten Planungswerkstatt zum städtebaulichen Ideenwettbewerb gegründet. Das Forum ist ein Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen und Bürger und ist im Laufe der Zeit im Rahmen einer erweiterten Bürgerbeteiligung zu einem wichtigen Kooperationspartner geworden. Aufgrund seiner Funktion und Organisation hat das Forum inzwischen den Status einer intermediären Institution eingenommen. Es werden fachliche Konzepte entwickelt, Arbeitskreise initiiert und Baugruppen organisiert. Das Forum ist zugleich die zentrale Informations-, Diskussions- und damit Kommunikationsplattform für den Stadtteil mit einer eigenen Zeitung, zahlreichen Veröffentlichungen und Informationsveranstaltungen. Seit geraumer Zeit hat das Forum einen eigenen Internetauftritt, der vor kurzem um ein Internet-Forum erweitert wurde. Dieses Forum ist nach stadtteilrelevanten Themen gegliedert. Es ist für jeden möglich, hier Diskussionen zu eröffnen, Diskussionsbeiträge zu leisten oder Informationen zu veröffentlichen. Dieses Forum wird inzwischen relativ intensiv, allerdings nicht ausschließlich, sondern ergänzend zu den etablierten Kommunikationsstrukturen im Stadtteil genutzt.

Das Projekt Wohnen und Arbeiten

Die Baugruppe "Wohnen & Arbeiten" hat sich zusammengefunden, um als Wohnungseigentümergemeinschaft ein ökologisches Mustergebäude gemeinsam zu bauen und zu bewohnen. Das viergeschossiges Gebäude wurde im Zeitraum zwischen Mai und September 1999 bezogen. s wurden 16 Wohn- und 4 Büroeinheiten errichtet. Die Wohnnutzung reicht vom Singlehaushalt über Familienhaushalte bis zu Wohngemeinschaften. Insgesamt leben, wohnen und arbeiten inzwischen ca. 35 Erwachsene und 11 Kinder unter einem Dach. In einem Büro befindet sich ein Verlag, in den anderen arbeiten insgesamt 10 Personen. Außerdem befindet sich im Haus ein Kunst-Atelier. in wesentliches inhaltliches Ziel des Projektes ist die Verbindung von Wohnen mit Dienstleistungsarbeitsplätzen (der Bewohner) in einem Haus und damit Anpassung an neue Arbeitsformen, die sich durch den weiteren Ausbau der Informationstechnologien ergeben.

Quellen
http:://www.vauban.de
http:://www.forum-vauban.de
Bernd Schnabel, Klaus Selle, Schirin Yachkaschi:
Einen nachhaltigen Stadtteil gemeinsam entwickeln?
in: Siedlungen bauen, Quartiere entwickeln, Dortmund 2000

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Besuchen Sie auch die Website von Vauban:
www.vauban.de

Die Website des Forum Vauban:
www.forum-vauban.de

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Crickhowell Televillage in Wales
Nordwolle in Delmenhorst
Klosterforst in Itzehoe