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Neue Technologien und Stadtentwicklung.

Telesiedlungen

Was sind aber nun die real gemachten Erfahrungen mit den neuen Technologien in der Quartiersentwicklung bzw. im alltäglichen Umgang und Gebrauch? Auch wenn sich vieles noch nach Zukunftsmusik anhört und auf Prognosen beruht, wurden und werden Projekte unter besonderer Berücksichtigung der neuen technologischen Möglichkeiten entwickelt. Da solche Projekte noch sehr jung sind, sind Erfahrungen wohl nur als erste Erfahrungen zu verstehen. Generell lässt sich ohnehin feststellen, dass die Entwicklungen in der Realität (z.B. die Etablierung der Telearbeit) doch langsamer vorangehen als ursprünglich vermutet.

Im folgenden werden einige Quartiere vorgestellt, die sich in besonderen Maße die Einbeziehung der neuen Technologien und deren Anwendung im Wohn- und Arbeitsalltag zum Ziel gesetzt haben.

Colletta
Ein verlassenes Bergdorf in Italien, dass zu einem High-Tech-Dorf umgewandelt wurde. Das gesamte Dorf Colletta wurde von einem privaten Entwickler aufgekauft, umfangreich saniert und mit den modernsten Telekommunikationsmöglichkeiten versehen, um zu einem Wohn- und Arbeitsort für High-Tech-Pioniere zu werden.

Crickhowell-Televillage
In Wales an der Grenze zu England entstand um einen alten Gutshof eine neue Wohnsiedlung mit der Möglichkeit zur Telearbeit. Der mittelalterliche Gutshof wurde zu einem Telearbeitszentrum ausgebaut und soll zugleich Treffpunkt der Telearbeitenden sein.

Nordwolle-Delmenhorst
Ein gemischt genutztes Konversions- und Expo 2000 Projekt, bei dem auf unterschiedlichen Ebenen die Möglichkeiten der neuen Technologien einflossen. Die neuen Medien wurden von Beginn an intensiv im Planungsprozess berücksichtigt. Dadurch entstanden sowohl neue Projektpartnerschaften wie auch innovative Architekturideen.

Freiburg Vauban
Die Konversion eines Kasernengeländes der französischen Armee zu einem gemischt genutztem Stadtteil. Auch wenn die neuen Technologien bei der Projektentwicklung keine Rolle gespielt haben, werden sie inzwischen intensiv von den Bewohnern genutzt. Durch die intensive Beteiligung der Bewohner in den Planungsprozess sind stabile Kommunikationsformen entstanden.

Klosterforst Itzehoe
Ebenfalls ein Konversionsprojekt, bei dem neue Arbeits- und Wohnformen entwickelt wurden. Die Berücksichtigung neuer Technologien war ein wesentliches Entwicklungsziel im gesamten Planungsprozess. Das Ziel, Wohnen und Arbeiten mit Hilfe der neuen Technologien wieder zueinander zu bringen, führte zur Entwicklung neuartiger Gebäudetypen. Das Projekt wird vom NADIV (Netzwerk Arbeit durch Innovation) mit Sitz in Kiel begleitet.

Die Telesiedlung: Modell für die Zukunft?

Die Stadtquartiere und Siedlungen, die in den letzten Jahren unter dem Oberbegriff der Telesiedlungen entstanden sind, verfolgten im Grundsatz sehr ähnliche planerische Ansätze. Mit der Einbeziehung der neuen Technologien bei der Entwicklung der Quartiere waren zwei Hauptanliegen verbunden. Einerseits sollte Innovationspotenzial und -bereitschaft gezeigt werden, andererseits Nutzungsmischung auf Konversionsflächen entwickelt werden. Dabei wurden intensive und innovative Nutzungsmischungen in Zusammenhang mit neuen Technologien angestrebt. Wohnen und Arbeiten sollte wieder unmittelbar zu einander gebracht werden.

In den ersten Ansätzen werden innovative, flexible Wohnformen und Architekturkonzepte angeboten, die ein Zusammenführen von Wohnen und Arbeiten ermöglichen und die Wohnung als Kommunikationsort qualifizieren. Charakteristisch für diese neuen Wohn- und Arbeitsformen ist der fließende Übergang von Wohnen und Gewerbe. Mit der Bereitstellung der technischen Infrastruktur ist auch ein Potenzial für Service- und Dienstleistungsangebote über eine Vernetzung gegeben.

Nordwolle Delmenhorst und Klosterforst Itzehoe sind Siedlungen, die neben der Vernetzung bereits Gebäude- und Haustypen beinhalten, die auf Telearbeit ausgerichtet sind. Bei Wohngebäuden wird z.B. ein zusätzlicher, flexibel nutzbarer Raum angeboten oder eine Ebene dem Arbeiten vorbehalten.

Vauban wiederum zeigt am deutlichsten, wie innovative technische Möglichkeiten als zusätzliches Kommunikationsmedium genutzt bzw. erobert werden können. Auf Vauban gibt es eine intensive Kommunikationskultur und zahlreiche reale Treffpunkte, die durch einen virtuellen Treffpunkt ergänzt und gefördert werden. Die Technik wird den Erfordernissen entsprechend genutzt und angepasst.

Das Beispiel Vauban zeigt auch, wie eine kooperative Zusammenarbeit und Bürgerbeteiligung im Sinne von Mitplanen und -bauen die Identifizierung der Bewohner mit ihrer Siedlung erhöht und Kommunikationsbereitschaft und -strukturen fördert. Das Netz hat seine Stärke dabei gerade als Informationsmedium. Treffpunkte und Diskussionen sollen nicht ersetzt, sondern gefördert werden.

Colletta ist eine Siedlung, bei der eine zusätzliche technische Infrastruktur in Form von Kabelnetzen zur Verfügung gestellt wird. Damit wird zwar die Voraussetzung für Telearbeit, Service- und Dienstleistungsangebote über eine Vernetzung geschaffen. Hier wird aber dem öffentlichen Raum als Kommunikationsort und Treffpunkt besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Crickhowell ist eine Siedlung, bei der ein separates Gebäude für Telearbeit inklusive der zusätzlichen Infrastruktur (z.B. Sekretariat) zur Verfügung gestellt wird. Die Telearbeitsplätze werden in der Regel an die konkreten Nutzer, also Bewohner im Umfeld gebunden. Bisher geht es hierbei in der Regel um hochqualifizierte Arbeitskräfte, die zusätzlich zu ihrem Arbeitsplatz in der Firma einen Arbeitsplatz im Wohnumfeld benutzen. Auch hier wird auf Gemeinschaft gesetzt und der öffentliche Raum sorgfältig als Kommunikationsort qualifiziert. Crickhowell ist ein typisches Televillage der auf das Land abgewanderten Städter in Groß-Brittannien.

Die Projekte Colletta und Crickhowell zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie auf Treffpunkte im öffentlichen Raum und auf Nachbarschaft setzen. In Crickhowell wurden gerade die halböffentlichen Räume sehr sorgfältig ausgebildet. Vergleichbar zu Coletta sollte den Telearbeitenden die Möglichkeit informeller Treffpunkte zum Austausch von Erfahrungen zur Verfügung stehen. Öffentliche Räume bekommen so eine besondere Bedeutung, wurden nicht durch ein Netz ersetzt, sonder vielmehr als Ausgleich zur Arbeit am PC konzipiert.

Weiterführende Informationen

The Televillage network:
What is a televillage?

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Hier finden Sie ausführliche Beschreibungen zu den Telesiedlungen:
Colletta in Italien
Crickhowell Televillage in Wales
Nordwolle in Delmenhorst
Klosterforst in Itzehoe
Vauban in Freiburg