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Neue Technologien und Stadtentwicklung.

Die digitale Stadt

Auf dem Weg in die Informationsgesellschaft

Die neuen Technologien (das Internet, Datenverarbeitung und e-Mailing) halten zunehmend Einzug in das Arbeits- und Alltagsleben. Immer mehr Tätigkeiten werden aus dem realen Raum in den virtuellen Raum, in die virtuelle Stadt verlagert: Einkaufen und Dienstleistungen im Netz oder Lernen und Arbeiten am Computer. Die neuen Technologien ersetzen viele Wege und helfen Zeit zu sparen, können aber auch neue Abgängigkeiten produzieren. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, ob und inwieweit diese Technologien räumliche Strukturen und Lebensweisen verändern werden. Was sind die Konsequenzen für die Stadtentwicklung?

Der virtuelle Raum wird gerade im Berufsleben immer bedeutender, aber nicht nur, sonder auch im Bereich Bildung, in der Freizeitgestaltung und bei persönlichen Kontakten. Mit den neuen Technologien können Arbeitsplätze, die Menschen und ihr Wohnort immer orts-unabhängiger werden, weil Kommunikation und die Zusammenarbeit an Projekten auch über größere Entfernungen mit dem Internet möglich wird. Eine Folge könnte auch sein, dass sich die Bedeutung der Innenstädte als Handels- und Kommunikationsort reduziert und öffentliche Räume ihre Funktion als Treffpunkt und Spiegel der Gesellschaft verlieren.

Oder werden sich die Menschen immer mehr nach den (realen) urbanen Orten sehnen und froh sein, wenn sie in der Freizeit und im Privatleben nicht mit dem Computer in Berührung kommen? Vielleicht können die digitale Medien nicht wirklich die Erlebnisfunktionen und die Agglomerationsvorteile der Stadt ernsthaft gefährden und die faszinierende Ausstrahlung des Großstadtlebens in frage stellen.

Zum Einstieg soll zunächst der Frage nachgegangen werden: Wo steht die virtuelle Stadt heute? Ein Einblick in den Stand der Entwicklungen und Diskussionen.

Voraussetzung: Die technische Infrastruktur

Zur Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ist es notwendig, Verbindungen und Netzwerke von besonderer Qualität zu schaffen. Dies bedeutet den verstärkten Ausbau von Datennetzen von lokaler und regionaler Bedeutung. Um eine intensive Vernetzung via Internet zu realisieren, bedarf es leistungsfähiger, flächendeckender Internet-Zugänge. Hier haben Großstadtregionen einen klaren Vorsprung und mehr Möglichkeiten gegenüber peripheren Regionen. Hier steht den Herstellungskosten eine große Anzahl an Nutzern gegenüber, Hochleistungs-Netzzugänge sind in der Stadt in der Regel preiswerter.

High-Tech-Orte: Teleports

Als Alternative zu einer flächendeckenden Vernetzung sollen durch die Errichtung sogenannter Teleports besonders leistungsfähige Telekommunikationsmöglichkeiten an ausgewählten Orten zur Verfügung gestellt werden. Beispiele für Teleports sind der MediaPark Köln oder die Teleports in Wien, Amsterdam, Kopenhagen, Tokyo. Teleports sollen als Impulsgeber regionale Entwicklungen fördern, ohne jedoch auf eine breit angelegte Vernetzung angewiesen zu sein, die einerseits kostenintensiv, andererseits mit langen Entwicklungszeiträumen verbunden ist.

Teleports werden von öffentlichen oder privatwirtschaftlichen oder von Public Private Partnerships betrieben. In Teleports werden vor allem Büroflächen angeboten, z.T. auch Lagerflächen. Die Betreibergesellschaften bieten neben den Telekommunikationsdienstleistungen häufig auch Gebäude-, Management- und Bürodienstleistungen an. Bei einigen Projekten sind auch Einzelhandelsflächen oder Wohnbauflächen integriert.

Der öffentliche Raum

Mit der zunehmenden Nutzung der neuen Medien als Kommunikationsmedium wird auch die Frage (oder vielleicht besser gesagt die Befürchtung) verbunden, ob sich mit Hilfe der Telekommunikationstechniken räumliche Nähe oder sogar direkte persönliche Beziehungen ersetzen lassen. Werden öffentliche Räume in Zukunft an Bedeutung verlieren, weil Kommunikation, Freizeit und Einkauf immer mehr in den virtuellen Raum verlagert werden? Kommt es zu einem Bedeutungsverlust öffentlicher Räume? Oder werden Kontakte mit Freunden, Familie aber auch Fremden um so wichtiger, je mehr Zeit der Mensch vor dem Computer und in virtuellen Welten verbringt?

Mit diesem Themenfeld ist jedoch auch noch ein weiterer, grundsätzlicher Aspekt verbunden: Der virtuelle Raum ist nicht allen Personengruppen in gleicher Weise zugänglich. Aufgrund der unterschiedlichen bzw. teilweise nicht vorhandenen Zugangsmöglichkeiten gibt es keinen allen zugänglichen öffentlichen Raum im Cyberspace. Eine Grundvoraussetzung ist die Vermittlung von Medienkompetenz und die Schaffung von Zugangsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsgruppen. Dahinter verbirgt sich das Anliegern, die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation für alle Bevölkerungsgruppen zu eröffnen und die Ungleichgewichte zwischen Info-Reichen und Info-Armen zu reduzieren.

Einkaufen im Netz

Einkaufen im Netz oder auch Online-Shopping hat inzwischen einen nicht unerheblichen Anteil erreicht. Einerseits eröffnen sich dadurch neue Versorgungs- und Existenzmöglichkeiten, andererseits könnte darin eine Gefährdung insbesondere für die Innenstädte als Einkaufs-, Erlebnisort und Treffpunkt bestehen. Generell wird derzeit davon ausgegangen, dass der Online-Handel eher als zusätzliche Informationsmöglichkeit genutzt wird. Andererseits könnten sich gerade die großen, auf Erlebniseinkauf ausgerichteten Handelszentren mit Hilfe der neuen Medien ihren Kunden präsentieren. Wodurch wiederum die lokalen Angebote und bestehenden kleineren Zentren im nahen Wohn- und Arbeitsumfeld unattraktiver werden könnten. Sind die Befürchtungen berechtigt? Die Ergebnisse erster Untersuchungen zum Thema bleiben abzuwarten.

Es könnte aber auch anders gehen: Eine Neuentwicklung sind die sogenannten regionalen Web-Zentren. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Einzelhändlern, die ihren Kunden die Möglichkeit einräumen, Waren über das Internet zu bestellen und innerhalb kurzer Fristen geliefert zu bekommen. Im Gegensatz zu den großen Internet-Anbietern handelt es sich um regionale Anbieter. In der Regel entstehen also keine neuen Konkurrenzen, sondern Einzelhändler bieten ihren Kunden vor Ort diesen zusätzlichen Service einer virtuellen Verkaufstheke. Ein regionales Web-Zentrum (auch Internet-Kaufhaus oder Internet-Mall) ist ein Zusammenschluss mehrerer kleinerer bis mittelgroßer Einzelhändler.

Weiterführende Informationen

Berichte des Online-Magazins Telepolis zum Thema:
Digitale Städte

Telepolis - Beiträge und Interviews zum Thema:
Stadt am Netz

Ein Beitrag von Lydia Buchmüller, Raumplanerin in Zürich:
Die Auswirkungen der neuen Technologien auf die Stadtplanung

Informationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie:
Die Informationsgesellschaft

Das Centre for Urban Technology (CUT) an der Universität von Newcastle beschäftigt sich mit dem Verhältnis von technologischem Wandel und Stadtentwicklung.
Centre for Urban Technology (CUT)

International Association of Media and Communication Research
Communication Technology Policy (CTP)

Howard Rheingold und Virtual Communities:
well: a virtual community

Dokumentation eines Workshops des Seattle Community Networks:
Developing and Sustaining Community Networks

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Projekte und Beispiele

Das Kommunikationsprojekt MUNICIPIA sammelt europaweit innovative Referenzbeispiele zu Themenfeldern der Raumplanung, Stadt- und Regionalentwicklung.
MUNICIPIA

Der Verein Telechance in Österreich hat sich die Aufgabe gestellt, Qualifizierung und Wissenstransfer durch Einsatz von Informationstechnologien in ländlichen Regionen zu verbessern.
Telechance

Tokyo: Ein Teleport-Projekt:
Tokyo Teleport Center

Ein Beispiel für die Nutzung der neuen Medien als regionales Kommunikations- und Informationsmedium:
yovanto - Das Rheinmain Portal

Das Rhein-Main-Net ist ein regionales virtuelles Einkaufszentrum, in dem sich ursprünglich acht Frankfurter Läden zusammengeschlossen haben, um ihre Waren anzubieten. Das Rhein-Main-Net ist seitdem permanent gewachsen.
Rhein-Main-Net