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Crickhowell - Televillage

Der Standort

Das Televillage befindet sich 200 Meter vom Zentrum des mittelalterlichen Ortes Crickhowell. Crickhowell ist eine Kleinstadt in Wales in landschaftlich reizvoller Lage. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein Nationalpark. In dem Ort gibt es Restaurants und traditionelle Familienläden gehobenen Standards sowie viele kleine Geschäfte. Auch die soziale Infrastruktur ist im Ort vorhanden: Schulen und Kindergärten einschließlich der Crickhowell High-School, die per Internet mit dem Televillage verbunden ist. Crickhowell liegt unmittelbar an der Grenze zu England und verfügt über eine gute Anbindung an das überörtliche Verkehrsnetz. Es gibt direkte Züge in die Metropolen London, Manchester, Bristol, Liverpool und Cardiff. Mit dem Auto dauert es weniger als einer Stunde bis Bristol, Cardiff, Newport und Birmingham. Das Projekt hat den Anspruch, Impulsgeber für moderne Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu sein.

Die städtebauliche Idee

Crickhowell Televillage wurde 1997 fertiggestellt und war damit die erste Telesiedlung in Großbritannien, bei der konsequent eine komplette Siedlung vernetzt und mit einem Telearbeitszentrum verbunden werden sollte. Von den privaten Entwicklern wird die Siedlung gerne mit dem Attribut "Leben auf dem Informations-Highway" versehen., aber auch als eine Art Gemeinschaft interpretiert, in der die Menschen bei gehobener Wohnqualität leben und arbeiten können. Das gemeinsame Telearbeitszentrum in Verbindung mit öffentlichen Plätzen soll den Gemeinschaftsgeist unterstützen. Das Projekt ist aus rein privater Initiative geplant und entwickelt worden. Unterstützung im Hinblick auf Telearbeitsplätze kam und kommt ebenfalls ausschließlich von privater Seite. Die öffentliche Hand war an dem Projekt nahezu unbeteiligt.

Die Siedlung

Die Siedlung besteht aus insgesamt 39 Wohnhäusern und historischen landwirtschaftlichen Gebäuden, die bis auf das Jahr 1650 zurückgehen. In diesen befindet sich das Telecenter mit Arbeitsräumen unterschiedlicher Größenordnung und ein Telecafé. Der Hof soll auch als Treffpunkt dienen. Die Wohngebäude orientieren sich zu Fußwegen und Hofsituationen, die das Entstehen von Nachbarschaften fördern sollen. Durch die Verbindung von Wohnen und Arbeiten kann die Benutzung eines PKW`s zumindest reduziert werden. Die Wohnhäuser sind unterschiedlich groß, energiesparend konzipiert, haben einen gehobenen Standard und kosten zwischen 195.000 und 369.000 Pfund (bis zu 600.000 Euro). Das Projekt orientiert sich an eine höherqualifizierte und gutverdienende Klientel. Viele der Kunden hatten ursprünglich Häuser als Wochenend- oder Ferienhaus erworben, sind dann jedoch aufgrund der hohen Lebensqualität dauerhaft nach Crickhowell gezogen. Die Häuser werden individuell verkauft. Eine Koppelung mit einem Arbeitsplatz im Telecottage ist dabei nicht erforderlich. Bisher wurden Häuser und Arbeitsplätze aus sehr unterschiedlichen Berufsgruppen erworben bzw. angemietet, die überwiegend freiberuflich bzw. selbständig tätig sind.

Die Kommunikationsstrukturen

Crickhowell setzt auf Treffpunkte und Kommunikation im öffentlichen Raum und auf Nachbarschaft. Gerade die halböffentlichen Räume wurden sehr sorgfältig ausgebildet. Vergleichbar zu Coletta sollte den Telearbeitenden die Möglichkeit informeller Treffpunkte zum Austausch von Erfahrungen zur Verfügung stehen. Das Televillage ist zwar eine klar abgegrenzte räumlich Siedlung, knüpft jedoch an die regionalen Bezüge an und nutzt die Angebote im Ort und in der Umgebung.

Televillages in Groß-Brittannien

Ein "Televillage" ist eine Kombination aus einer Wohnsiedlung oder einem abgegrenzten Siedlungsbereich und einem Telearbeitszentrum. Die Häuser und die Arbeitsbereiche sind mit dem Internet über ein Hochleistungsnetz verbunden. Auch wenn damit in den Wohngebäuden Telearbeit möglich wird, wird gerade bei den englischen Modellen der Televillages der gemeinsame Arbeitsplatz in einem Telearbeitszentrum in Kombination mit einer klar abgegrenzten Wohnsiedlung verfolgt. Hierdurch soll nicht zuletzt der Gemeinschaftssinn zwischen den "Teleworkern" gefördert werden.

Das Modell der "Televillage" versteht sich daher eher als Alternative zum "Teleworking" zu Hause. Vorteile werden in einer klaren räumlichen Trennung vom Arbeits- und vom privaten Leben gesehen. Hauptbestandteil einer Televillage-Siedlung ist ein vollständig ausgestattetes, gemeinschaftlich zu nutzendes Bürogebäude in der Nachbarschaft zum Wohnhaus, das zugleich als Kontaktstätte zu den Telearbeitskollegen dienen soll. Hier werden neben den Arbeitsplätzen auch alle üblichen Büroeinrichtungen von einer professionellen Gesellschaft bereitgestellt: Sekretariat, Besprechungszimmer, Telefon- und Kopierdienste. Wenn die Teleworker abwesend sind, werden z.B. Telefongespräche vom Sekretariat angenommen. Die Arbeitsplätze bzw. die Telebüros können von den Bewohnern selber oder von Firmen angemietet werden und auch mit mehreren Arbeitsplatzrechnern ausgestattet werden. Dabei können die Büros auch flexibel als Teilzeit- oder Ganztagsbüro genutzt und angemietet werden.

Gesellschaften, die Telebüros erstellen und vermieten, sorgen zudem dafür, dass die Rechner technisch mit den Firmen vernetzt werden und die Telearbeitsplätze den gesetzlichen Arbeitsplatzbestimmungen entsprechen.

Erfahrungen in Groß-Brittannien haben gezeigt, dass die Telebüros in der Regel an zwei bis drei Tagen in der Woche genutzt werden, da es nach wie vor wichtig ist, einen nicht geringen Teil der wöchentlichen Arbeitszeit auch tatsächlich in der Firma zu verbringen. Das hat dazu geführt, dass die Telebüros auch als Teilzeitbüros verwendet werden können, wobei die einzelnen Büros häufig von unterschiedlichen Firmen genutzt werden.

Generell wird der Telearbeit auch heute schon in Großbritannien eine nicht unerhebliche Bedeutung beigemessen und mit zahlreichen Vorteilen verbunden:
Entgegen der häufig verbreiteten Meinung, Telearbeit käme nur für einfache und standardisierte Tätigkeiten in Betracht, wurde die Erfahrung gemacht, dass gerade auch hochqualifizierte und kreative Berufe häufig die Möglichkeit zur Telearbeit nutzen.
Bei Einsatz von Telearbeit kann der geographischen Bereich, in dem Angestellte ihren Wohnsitz haben, erheblich erweitert werden.
Weiterte Vorteile werden in der Verringerung von Verkehrsproblemen, der Schaffung von Arbeitsplätzen in ländlichen Bereichen und der Integration von Arbeitskräften, die auf flexible Arbeitszeiten angewiesen sind (z.B. Alleinerziehende) gesehen.

Quellen
http://www.acorntelevillages.com.
http://www.wfh.co.uk/wfh/information_zone/in_the_news/newst.htm
http://www.millennium-debate.org/tel25octo6.htm
http://www.innotek.be
http://news.bbc.co.uk/hi/english/business/newsid_990000/990033.stm

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Besuchen Sie auch die Website von Crickhowell:
www.acorntelevillages.com

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Colletta in Italien
Nordwolle in Delmenhorst
Klosterforst in Itzehoe
Vauban in Freiburg