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Colletta

Die Idee

Colletta ist ein seit 30 Jahren nicht mehr bewohntes Bergdorf in Italien, dessen Ursprünge auf das 13.Jahrhundert zurückgehen. Der Ort liegt inmitten einer einsamen Berglandschaft 20 Kilometer von der ligurischen Riviera entfernt. In der Nähe von 2 Flughäfen gelegen und durch Privatverkehr angeschlossen, wurde es nach historischen Gegebenheiten restauriert, wobei die modernsten Telekommunikationsinfrastrukturen die Basis für eine Telearbeitssiedlung geben sollen.Offiziell wird Colletta als "villaggio telematico dal medioevo ad internet", ein Pilotprojekt, das mithelfen soll, städtische Verkehrsprobleme zu lösen und damit einen positiven Beitrag zur Umwelt zu leisten, bezeichnet. Zudem soll es auch der Vereinzelungstendenz in den großen Städten entgegenwirken und mit Hilfe der neuen Teletechniken die Trennung von Arbeit und Wohnen aufheben.Der Web-Designer Valerio Saggini und seine Frau Stefania Belloni aus Mailand hatten 1991 die Idee zur Entwicklung des Teledorfes. Sie gründeten eine Firma und kauften für 4 Milliarden Lire (ca. 2 Mio. Euro) das Bergdorf Coletta. Der italienische Architekt Giancarlo De Carlo plante den Wiederaufbau, der 15 Milliarden Lire kostete, die Vernetzung kostete nochmal 1 Milliarde Lire (insgesamt ca. 8,5 Mio. Euro). Colletta ist rein aus privater Initiative und mit privaten Mitteln entstanden. Die Zielgruppe waren und sind ausschließlich gutverdienende High-Tech-Pioniere, die die Nähe zu Ihresgleichen in einem exklusiven Ambiente suchen. Colletta hat dadurch einen sehr exklusiven Charakter bekommen.

Verbindung von Wohnen und Arbeiten

Die Wohnungen oder Apartments haben durchweg gehobenen Standard und sind zwischen 40m² und rund 100m² groß. Wenn alle Wohnungen verkauft sind, sollen einmal 120 Einwohner in Colletta wohnen. Tatsächlich handelt es sich jedoch bei den bisherigen Bewohnern eher um Telependler, die nicht permanent in Colletta wohnen, sondern hier vielmehr ihren Arbeitsurlaub verbringen. Die gutverdienenden Cyber-Pioniere (ausschließlich mit akademischer Ausbildung) haben nach wie vor ihre Wohnungen in den norditalienischen Metropolen Turin, Mailand oder Genua und pendeln. Eine alltägliche "Netz-Community" im Sinne einer dörflichen Lebensgemeinschaft hat sich daher nicht entwickeln können.

Die Kommunikationsstrukturen

In Colletta wird interessanterweise ausschließlich auf direkte Kommunikation gesetzt. So wurden Treffpunkte geplant, die offensichtlich gerade für Leute, die in ihrem alltäglichen Leben im virtuellen Raum unterwegs sind, sehr wichtig sind und von daher auch angenommen werden. Es gibt eine Piazza und ein Amphitheater für kleinere Veranstaltungen.

Die dörfliche Struktur

Colletta setzt auf die dörfliche Gemeinschaft: Cyber-Café und Piazza dienen als Treffpunkte mit Gleichgesinnten und ein Amphitheater bietet kulturelle Events. Für die Bewohner macht gerade das den besonderen Reiz von Colletta aus. Colletta ist damit aber auch zu einer High-Tech-Enklave geworden, die auf "Unter sich sein" setzt und keinen regionalen Bezug hat. Die alten Dorfgebäude wurden wiederhergestellt bzw. behutsam umgebaut und an das Telekommunikationsnetz angeschlossen. Telearbeitsplätze wurden dabei nicht speziell geplant.

Quellen
http://www.colletta.it
Harald Willenbrock: "Das globale Dorf", in: Econy 04/99

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Besuchen Sie auch die Website von Colletta:
www.colletta.it

Hier finden Sie weitere Beschreibungen zu einzelnen Telesiedlungen:
Crickhowell Televillage in Wales
Nordwolle in Delmenhorst
Klosterforst in Itzehoe
Vauban in Freiburg